Regulierung & Normen

Net Billing

Net Billing ist ein solares Vergütungsmodell, das eingespeiste Energie und bezogenen Netzstrom zu unterschiedlichen Preisen abrechnet, anders als die Eins-zu-eins-Gutschrift beim Net Metering. Da die Einspeisetarife unter den Endkunden-Bezugstarifen liegen, fördert Net Billing den Eigenverbrauch gegenüber reinem Erzeugungsvolumen und steigert den Wert von Batteriespeichern.

Auch bekannt alsNet Billingsolares Net BillingEinspeisevergütungbidirektionale AbrechnungZwei-Tarif-Einspeisung

Net Billing ist das Nachfolgeregime des Net Metering, das immer mehr Stromnetze einführen, sobald die Aufdach-Solar-Penetration steigt. Während Net Metering einen einzigen Tarif nutzt, um die Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch abzurechnen, teilt Net Billing die Transaktion in zwei getrennte Flüsse: aus dem Netz bezogene Energie wird zum Endkundenpreis bewertet, ins Netz eingespeiste Energie zu einem niedrigeren Einspeisetarif, typischerweise den vermiedenen Kosten des Versorgers oder einem separat definierten Einspeisetarif. Das Ergebnis ist, dass eine mittags eingespeiste Kilowattstunde wesentlich weniger wert ist als die Kilowattstunde, die der Kunde abends wieder bezieht.

Der Politikwechsel ist am sichtbarsten in Kalifornien, wo die California Public Utilities Commission NEM 2.0 mit Wirkung zum April 2023 durch einen Net-Billing-Tarif (NEM 3.0) ersetzte. Die durchschnittlichen Einspeisetarife fielen von nahe Endkundenpreis auf rund 5 US-Cent pro kWh, während die Bezugstarife nahe am Endkundenpreis blieben. Hawaiis Customer Self-Supply-Programm hatte sich Jahre zuvor in eine ähnliche Richtung bewegt. Australiens bundesstaatliche Einspeisetarife sind mit wachsender Solar-Penetration stetig gefallen und nähern sich vermiedenen-Kosten-Einspeisewerten. Die Europäische Union unterscheidet zunehmend zwischen selbst verbrauchter Erzeugung (vermeidet den vollen Endkundenpreis) und ins Netz eingespeister Erzeugung (erhält nur einen Großhandels- oder kapazitätsbasierten Tarif).

Die praktische Konsequenz für Solarinstallateure ist eine fundamentale Verschiebung in der Bewertung der Anlagenleistung. Unter Net Billing spart jede vor Ort verbrauchte Kilowattstunde den vollen Endkundenpreis, während jede eingespeiste Kilowattstunde nur den niedrigeren Einspeisetarif erlöst. Diese Lücke verändert die optimale Anlagengröße, das Geschäftsmodell für Batteriespeicher und die Berechnung der Amortisationszeit. Anlagen, die den Eigenverbrauch maximieren, durch präzise Lastmodellierung, Time-of-Use-Bewusstsein und Speicher-Dispatch, liefern bessere Renditen als Anlagen, die rein auf Erzeugungsvolumen ausgelegt sind.

Warum es für Solarinstallateure entscheidend ist

Net Billing verschiebt die fundamentale Frage in einem Angebot von "Wie viel wird diese Anlage erzeugen?" zu "Wie viel davon wird der Kunde tatsächlich selbst verbrauchen?" Eine unter einem Net-Billing-Regime für die Einspeisung überdimensionierte Anlage hat eine längere Amortisation als eine korrekt dimensionierte, und ein Kunde, dem die Einspeisetarif-Differenz vor der Unterschrift nicht erklärt wurde, kann die Zahlen nach der ersten Rechnung infrage stellen. solarVis modelliert sowohl Net-Metering- als auch Net-Billing-Tarifstrukturen im Machbarkeits-Workflow, wendet die korrekten Einspeise- und Bezugstarife für jeden Markt an und zeigt dem Kunden eine ROI-Prognose, die widerspiegelt, was sein Versorger tatsächlich abrechnen wird.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich Net Billing von Net Metering?
Net Metering schreibt jede eingespeiste kWh zum vollen Endkundenpreis gut, sodass der Zähler effektiv mit demselben Tarif rückwärts läuft, zu dem Sie einkaufen. Net Billing wendet zwei separate Tarife an, einen niedrigeren Einspeisetarif und einen höheren Bezugstarif, sodass jede eingespeiste Einheit weniger wert ist als der Strom, den Sie später wieder beziehen.
Warum stellte Kalifornien 2023 von Net Metering auf Net Billing um?
Kaliforniens NEM 3.0, in Kraft seit April 2023, führte eine Net-Billing-Struktur ein, um Netzkosten zu adressieren und Batteriespeicher gegenüber Mittagseinspeisung zu fördern. Die Einspeisetarife fielen scharf, im Schnitt auf rund 5 US-Cent pro kWh, während die Bezugstarife nahe am Endkundenpreis blieben. Die Politik soll Eigenverbrauch und Speicher attraktiver machen als das Einspeisen von Überschüssen.
Schadet Net Billing der Wirtschaftlichkeit eines Solarprojekts immer?
Nicht zwangsläufig. Eine gut ausgelegte Anlage unter Net Billing, dimensioniert für hohen Eigenverbrauch mit angemessen spezifizierter Speicherung, kann weiterhin starke Renditen erzielen. Entscheidend ist die präzise Modellierung des Einspeisetarifs, der Eigenverbrauchsquote und des Batterie-Dispatches, bevor dem Kunden eine Amortisation genannt wird.

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Zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2026
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