Batteriespeichersystem (BESS)
Ein Batteriespeichersystem (BESS) ist eine elektrochemische Anlage, die Strom aus einer PV-Anlage oder dem Netz speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Damit können Installateure Eigenverbrauchsoptimierung, Notstrom und steuerbare Netzeinspeisung als festen Bestandteil eines Solarprojekts anbieten.
Ein Batteriespeichersystem (BESS) besteht aus wiederaufladbaren Batteriezellen, einem Batteriemanagementsystem (BMS) und einem bidirektionalen Wechselrichter, die als Einheit elektrische Energie speichern und wieder abgeben. Im Solarkontext lädt das System tagsüber aus dem Überschuss der PV-Anlage und entlädt nachts oder bei Netzausfall, um den Verbrauch zu decken. Moderne Heimspeicher liegen typischerweise zwischen 5 und 20 kWh; Gewerbespeicher erreichen Hunderte von Kilowattstunden.
Zentrale Auslegungsparameter sind die nutzbare Kapazität (kWh), die Spitzenentladeleistung (kW), der Round-Trip-Wirkungsgrad (bei Lithium-Ionen typischerweise 90 bis 95 Prozent) und die Entladetiefe. Die Wahl der Batteriechemie, Lithium-Eisenphosphat (LFP) gegenüber Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) gegenüber Natrium-Ionen, beeinflusst Zyklenzahl, thermisches Verhalten und Kosten pro kWh.
BESS-Installationen interagieren zudem mit lokalen Regulierungsvorgaben: Net-Metering-Regeln, zeitvariable Tarife (TOU) und Einspeisebegrenzungen prägen, wie ein Speicher programmiert wird und welche Rendite er für den Kunden liefert.
Warum es für Solarinstallateure entscheidend ist
Wer nur Module verkauft, lässt eine wachsende Upselling-Chance ungenutzt. Ein BESS in das Angebot aufzunehmen verlangt eine präzise Lastmodellierung, Tarifanalyse und Amortisationsrechnung, die Lade- und Entladezyklen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren berücksichtigt. Die Machbarkeitsengine von solarVis modelliert Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und Amortisation parallel, sodass Sie ein Angebot mit Speicher im selben Workflow präsentieren können wie ein klassisches PV-Angebot.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen nutzbarer Kapazität und Gesamtkapazität bei einem BESS?
- Die Gesamtkapazität ist die volle Energie, die die Batteriezellen aufnehmen können. Die nutzbare Kapazität ist der Anteil, den der Hersteller für Lade- und Entladezyklen freigibt, ohne die Zellen vorzeitig zu altern. Bei den meisten Lithium-Ionen-Systemen liegt die nutzbare Kapazität bei 80 bis 90 Prozent der Gesamtkapazität; einige LFP-Geräte erreichen 95 Prozent.
- Muss ein BESS zwingend mit Solarmodulen kombiniert werden?
- Nein. Ein eigenständiges BESS kann sich aus dem Netz in Niedertarifzeiten laden und zu Spitzenpreiszeiten entladen. Die meisten Wohn- und Gewerbeinstallationen kombinieren BESS jedoch mit einer PV-Anlage, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Netzabhängigkeit zu senken.
- Wie wirkt sich ein BESS auf die Amortisation eines Solarprojekts aus?
- Speicher erhöhen die Anschaffungskosten typischerweise um 30 bis 60 Prozent, können die Amortisation in Märkten mit hohen Spitzentarifen oder strikten Einspeisebegrenzungen aber verkürzen. Der Nettoeffekt hängt stark von der lokalen Tarifstruktur ab. Eine genaue Machbarkeitsanalyse ist daher unverzichtbar, bevor ein Speicher empfohlen wird.