Lastspitzenkappung (Peak Shaving)
Lastspitzenkappung bezeichnet die Deckung des Strombedarfs aus einem Speicher genau in den Zeiten, in denen der Strom am teuersten oder die Last am höchsten ist. Der Verbrauch bleibt unverändert, aber die zeitabhängigen Bestandteile der Rechnung sinken.
Lastspitzenkappung bedeutet, gespeicherte Energie genau in den Stunden zu entladen, in denen Strom am teuersten ist oder die Last des Standorts ihr Maximum erreicht, sodass in diesen Momenten weniger aus dem Netz bezogen wird. Die Last selbst ändert sich nicht, nur die Quelle, die sie deckt.
Angesprochen werden zwei unterschiedliche Bestandteile einer Gewerberechnung. Der Arbeitspreis wird je kWh abgerechnet, hier verdient der Speicher an der Differenz zwischen teurer und günstiger Periode, und jeder Zyklus bringt einen zusätzlichen Tagesertrag. Der Leistungspreis richtet sich nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze im Abrechnungszeitraum, hier zahlt sich der Speicher nur aus, wenn er genau dieses eine Intervall abdeckt. Die eine Ebene belohnt tägliche Wiederholung, die andere belohnt, kein einziges Mal zu versagen. Feste Entgelte bleiben von beidem unberührt.
Über die Wirtschaftlichkeit entscheiden drei Größen: die Breite der Preisdifferenz, die Zahl der Tage im Jahr mit einem vollständig nutzbaren Zyklus und der Wirkungsgrad. Ein Standort mit 250 Betriebstagen erreicht keine 365 Zyklen, und bei 88% Wirkungsgrad müssen rund 1,14 kWh eingekauft werden, um 1 kWh zu liefern.
Warum das für Solarinstallateure wichtig ist
Lastspitzenkappung macht Speicher auch für Unternehmen verkaufbar, die keine Versorgungsunterbrechungen fürchten, und genau hier werden Speicherangebote am häufigsten zu hoch gerechnet. Eine Zahl aus Kapazität mal durchschnittlichem Arbeitspreis mal 365 Tagen hält der Prüfung durch die Finanzabteilung nicht stand. SolarVis simuliert den Speicher stundenweise gegen das reale Lastprofil und die tatsächlichen Tarifzeiten inklusive Leistungspreis, sodass die Ersparnis im Angebot die Ersparnis aus der Simulation ist.
Häufige Fragen
- Ist Lastspitzenkappung dasselbe wie Lastverschiebung?
- Nein. Bei der Lastverschiebung wird der Verbrauch selbst in eine günstigere Zeit verlegt, etwa ein Prozess in die Nachtstunden. Bei der Lastspitzenkappung bleibt der Verbrauch, wo er ist, und wird aus dem Speicher statt aus dem Netz gedeckt. Lastverschiebung kostet nichts, ist aber auf verschiebbare Prozesse begrenzt.
- Ist dafür eine Photovoltaikanlage erforderlich?
- Nein. Ein Speicher an einem zeitvariablen Tarif kann zum günstigen Preis aus dem Netz laden und zum teuren Preis entladen, ganz ohne Erzeugung. Solarstrom verändert die Wirtschaftlichkeit, weil ein Teil der Ladung kostenlos kommt, ist aber keine Voraussetzung.
- Wie wird die Ersparnis berechnet?
- Aus der Preisdifferenz zwischen teurer und günstiger Periode, multipliziert mit der tatsächlich zyklierten Energie und der Zahl der Tage mit einem nutzbaren Zyklus, abzüglich der Umwandlungsverluste. Nicht aus Kapazität mal Strompreis mal 365.