Regulierung & Normen

Zeitvariabler Stromtarif (Time-of-Use)

Ein zeitvariabler Stromtarif bepreist Strom je nach Tageszeit und häufig auch nach Saison unterschiedlich, sodass dieselbe kWh in der Spitzenzeit mehr kostet als nachts. Über die Wirtschaftlichkeit von Speichern entscheidet die Breite dieser Differenz, nicht der durchschnittliche Arbeitspreis.

Auch bekannt alszeitvariabler TarifTime-of-Use-TarifTOU-Tariflastvariabler Tarif

Ein zeitvariabler Stromtarif berechnet Strom zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich statt zu einem einzigen Preis rund um die Uhr. Der Tag wird in benannte Zeitfenster geteilt, üblicherweise Spitzen-, Neben- und Schwachlastzeit, und in vielen Märkten ändern sich diese Fenster und Preise zusätzlich mit der Saison. Die britischen Netzentgelte nutzen die Zeitbänder Red, Amber und Green; die südafrikanischen Eskom-Tarife kennen eine Hochlastsaison im Winter, deren Spitzenpreis ein Vielfaches des Schwachlastpreises beträgt.

Für ein Solar- oder Speicherprojekt zählt die Struktur mehr als der Schlagzeilenpreis. Ein Speicher verdient an der Differenz zwischen den Perioden, deshalb bietet ein Tarif mit niedrigem Durchschnittspreis und kaum zeitlicher Spreizung keine Grundlage, während ein Tarif mit teurer Abendspitze für sich genommen einen Business Case tragen kann. Zwei weitere Eigenschaften entscheiden mit: die Planbarkeit, denn ein Tarif mit festen Fenstern lässt sich als wiederkehrender Tageszyklus rechnen, ein dynamisch bepreister nicht, und die zeitliche Überschneidung, denn eine hohe Abendspitze nützt einem Standort nichts, der am Nachmittag schließt.

Auch die Einspeisung ist betroffen. Ist die Einspeisevergütung ebenfalls zeitabhängig, lautet die Frage nicht mehr nur Eigenverbrauch, sondern wann Energie gehalten und wann sie abgegeben wird.

Warum das für Solarinstallateure wichtig ist

Die Tarifstruktur verändert die Zahlen eines Angebots stärker als jede andere Eingangsgröße und wird trotzdem am häufigsten auf einen Durchschnitt reduziert. SolarVis hinterlegt Tarife je Land und Objektart, mit Wochentags- und Wochenendplänen, die 12 Monate gegen 24 Stunden abbilden, dazu Leistungspreise, Grundpreise und Mehrwertsteuer, sodass die modellierte Rechnung aus denselben Bestandteilen besteht wie die reale.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich ein zeitvariabler von einem festen Tarif?
Ein fester Tarif berechnet rund um die Uhr denselben Arbeitspreis. Ein zeitvariabler Tarif teilt den Tag in definierte Zeitfenster, typischerweise Spitzen-, Neben- und Schwachlastzeit, mit jeweils eigenem Preis, der in vielen Märkten zusätzlich saisonal variiert.
Warum zählt die Preisdifferenz mehr als der Durchschnittspreis?
Zwei Tarife mit identischem Jahresdurchschnitt können völlig unterschiedliche Speichererträge erzeugen. Speicher und Lastverschiebung verdienen an der Differenz zwischen teurer und günstiger Periode, deshalb ist eine breite, planbare Differenz mehr wert als ein niedriger Durchschnittspreis.
Kann ein zeitvariabler Tarif einen Standort schlechter stellen?
Ja, wenn der Verbrauch in den teuren Zeitfenstern liegt und weder verschoben noch aus einem Speicher gedeckt werden kann. Tarifwahl und Speicherauslegung sind dieselbe Entscheidung und sollten gemeinsam gerechnet werden.

Direkt in solarVis einsetzen

Weiterführende Quellen

Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026
Loslegen

Sehen Sie solarVis in Aktion

Wir verwenden Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern

Wir setzen notwendige Cookies für den Betrieb dieser Seite ein sowie Analyse- und Marketing-Cookies, standardmäßig aktiv, um sie zu verbessern und unsere Werbung zu messen. Sie können jederzeit widersprechen oder Ihre Auswahl im Footer ändern. Wir aktivieren Analyse- und Marketing-Cookies standardmäßig zur Verbesserung dieser Seite und zur Messung unserer Werbung. Sie können jederzeit widersprechen. Cookie-Richtlinie lesen